Wohnanlage Lotsenhaus „glänzt“ mit blau glasiertem Ziegeldach
29.11.2007 10:53

Vielgestaltige blau glasierte Dachlandschaft, strahlend weiße Putzfassade und breite Fensterfronten – so zeigt sich die Wohnanlage Residenz Lotsenhaus im Seebad Warnemünde nahe der neuen Marina „Hohe Düne“. Direkt am Seekanal gelegen, macht das Gebäude mit dem optischen Dreiklang schon von weitem auf sich aufmerksam. Ob von Fähre oder Kreuzfahrtschiff aus - vor allem die Dacheindeckung aus rund 12.000 marineblau glasierten Flachdach- und Biberschwanzziegeln des Produzenten Jacobi zieht die Blicke der Reisenden unweigerlich auf sich. Je nach Witterung und Sonnen­stand zeigt sich die Ziegeldeckung in immer wieder wechselnder Farbintensität. Mit zweigeschossigen großen Giebeln und harmonierenden kleineren Gauben „scheint das Dach das Spiel der Wellen aufzunehmen“. Ein reizvoller Blickfang – pas­send zu Wasser, Sand und Wind 

Direkt am Seekanal in Warnemünde gelegen Harmonischer Dreiklang durch hell­weiße Fassade, breite Fensterfronten und marineblau glasierte Ziegel von Jacobi
Reizvoller Blickfang für Passanten zu Wasser und zu Lande
Dachausführung als gelungene Herausforderung für heimisches Unternehmen Noß & Rosenkranz

 
Direkt am Seekanal in Warnemünde gelegen Harmonischer Dreiklang durch hell­weiße Fassade, breite Fensterfronten und marineblau glasierte Ziegel von Jacobi
Reizvoller Blickfang für Passanten zu Wasser und zu Lande
Dachausführung als gelungene Herausforderung für heimisches Unternehmen Noß & Rosenkranz

Das ursprüngliche Gebäude wurde 1920 errichtet und diente zum Teil als Lotsenstation, aber auch als Wohnhaus. Fehlende Wartung und Renovierung hinterließen mit den Jahrzehnten jedoch deutliche Spuren der Vernachlässigung. Die Chance, an diesem Ort wieder ein Haus mit viel Leben entstehen zu lassen, nutzte das Duderstädter Unternehmen Bau & Fliesen Rahlfs GmbH, das auf Planung und Erstellung von Wohnanlagen in bevorzugten Wohngebieten spezialisiert ist. Dazu musste das Gebäude bis auf einige Außenwandbauteile zurückgebaut werden. In sensibler Anlehnung an die einstige Gebäudeform entstand durch architektonische Elemente in zeitgemäßer Formgebung eine dreigeschossige Wohnanlage mit attraktivem, modernem „Gesicht“. Die Materialauswahl für das 850 m2 Fläche umfassende Dach war nahezu zwangsläufig: Harmonierend zur See-Atmosphäre entschied sich der Bauherr für marineblau glasierte Ziegel von der Jacobi-Firmengruppe aus dem niedersächsischen Bilshausen. Heute bietet die Residenz Lotsenhaus Platz für 14 exklusive Eigentumswohnungen mit Blick auf das alte Warnemünde und das interessante Schiffstreiben auf dem Seekanal.

 

Mit der Dacheindeckung wurde das Unternehmen Noß & Rosenkranz aus Broderstorf-Pastow beauftragt. „Für unseren noch jungen Betrieb eine besondere Herausforderung. Denn die Residenz Lotsenhaus vereinigt viele handwerkliche Aufgaben auf einem Dach: unterschiedliche Neigungen, große steile Giebel, Schleppgauben, mit Ziegeln eingefasster Schornstein, viele Firste, Grate und Kehlen“, so die Geschäftspartner Heiko Noß und Ralf Rosenkranz. Zuvor jedoch mussten die Zimmerer aufgrund des exponierten Gebäudestandortes an der See und des regen Schiffsverkehrs besondere Maßnahmen für Schallschutz und Winddichtigkeit am Dach realisieren. „Ein Stück weit leistet auch das mit ca. 48 kg/m2 hohe Flächengewicht der Flachdachziegel J13 ‚Novell’ aus dem Sortiment ‚Collection Avantgarde’ einen nicht unerheblichen Beitrag zum Schutz vor dem Lärm starker Schiffsmotoren“, betont Dachziegelproduzent Klaus Jacobi.

Nach fach- und regelgerechtem Aufbau des Pfettendaches incl. Sparrendämmung und verstärkter Schalung nahm das Team von Noß & Rosenkranz Vorbereitung und Dacheindeckung von Hauptdach, Giebeln und Gauben in Angriff. Besondere Aufmerksamkeit erforderte das Eindecken der großen und steilen Giebelflächen mit Neigungswinkeln von ca. 60°. Die Nähe zur Ostsee sowie die hohe Wind- und Sturmbelastung erforderten ein Verklammern aller Ziegel auf den steil geneigten Giebelflä­chen. Die Ortgänge wurden doppelt verschraubt und im Hauptdach jeder 3. Ziegel geklammert. Die kleinen Schleppgauben mit einer Neigung von unter 20° erhielten wasserführende Unterdächer. Die Gaubenwangen wurden analog zum Flächenziegel mit marineblau glasierten Biberschwänzen bekleidet ebenso wie der mit Zinkblech abgedeckte Kamin zur Seeseite. Die Anbindung der Dachflächen von Giebeln und Gauben an das Hauptdach erfolgte mit vorbewitterten Zinkblechkehlen. Diese sind in einigen Bereichen vertieft gelegt, so dass selbst bei Starkregen das über die steilen Dächer schnell ablaufende Wasser sicher in die Regenrinnen geleitet und abgeführt werden kann.

„Richtige Arbeit“ bedeutete die Eindeckung rund um die trocken verlegten Firste und Grate. „Bei einer Gesamtlänge von etwa 130 Metern mussten sehr viele Ziegel geschnitten werden. Eine Bewährungsprobe für die Trennschleifer, denn gebrannte Dachziegel sind naturgegeben sehr hart“, erinnert sich Heiko Noß. Erschwerend hinzugekommen sei das Winterwetter während der kompletten Zeit der Dachausführung. Die zusammen genommen 120 m Ortgänge wurden mit Ortgangziegeln sowie mit Flugsparren und weißen Schalbrettern ausgebildet. Alle Einhänge, Rinnen, Sohlbänke, Abdeckungen und Verblendungen sind in vorbewittertem Titanzink ausgeführt, das in reizvollem Kontrast zur blauen Dacheindeckung steht.

Heute sind die verantwortlichen Dachdeckermeister und ihr Team sehr stolz auf das meisterlich gelungene Dach des Lotsenhauses, das besonders durch die Wahl der marineblau glasierten Jacobi-Dachziegel auf Zustimmung und positive Resonanz bei Passanten zu Wasser und zu Lande stößt. Für Ralf Rosenkranz verbindet sich mit diesem Objekt noch eine Erinnerung: immerhin hat er als Dachdeckerlehrling in den 80er Jahren das alte Lotsenhaus schon einmal eingedeckt –„ allerdings nicht mit Ziegel“.

 

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