Datenformate

Wenn 2 Menschen sich unterhalten wollen, so klappt das nur wenn beide dieselbe Sprache sprechen. Diese Sprache kann gesprochen oder per Schriftstück übergeben werden (Brief, Fax...). Computer unterhalten sich im Prinzip genauso.
Wenn Computer-Programme sich unterhalten, tun Sie das, indem sie Daten austauschen. Typischerweise werden die Daten hierzu in Dateien abgespeichert und diese Dateien dann von einem Computer zum anderen gesendet.
Ganz früher geschah das Versenden per Lochkarten, womit auch die Parallelität zum Brief deutlich ist. Eine Lochkarte ist nichts anderes als ein Brief, den ein Computer einem anderen sendet.
Anfang der 80er Jahre wurden die Lochkarten von Disketten verdrängt. Disketten tragen die Informationen nicht als Löcher sondern in magnetischer Form. Damit auf einer Diskette mehrere Dokumente voneinander getrennt abgespeichert werden konnten, mußten die Daten "eingekastelt" werden. Dies geschieht indem man die Daten (Briefe, Tabellen, Bilder aber auch Programme) als Datei abspeichert.
Da die Daten und damit auch die Dateien von unterschiedlichster Art sind, werden diese auch auf unterschiedliche Art abgespeichert. Eine Programmdatei enthält Befehle die ein Computer ausführen kann, eine Bilddatei enthält Bildpunkte mit Farbinformationen, ein Brief enthält Buchstaben, eine Tabelle Zahlen usw. Unterschiedliche Datenarten erfordern unterschiedliche Dateiformate.
Die Worte Dateiformat und Datenformat verschmelzen hiermit und meinen letztlich dasselbe. Anders ausgedrückt: eine Datei besteht aus Daten eines bestimmten Formates. Hieraus ergibt sich ein Dateiformat = Datenformat.
Weil es aber mehrere Sorten Bilder (schwarz-weiß, farbig, Strichzeichnung, Foto...), diverse Arten von Texten (Notiz, Brief, Buch, Katalog...) usw. gibt, existieren auch innerhalb derselben Datenart verschiedene Datenformate. Multipliziert mit den verschiedenen Computertypen, Betriebssystemen (MS-DOS, Windows, Mac...) und selbstgefälligen Programmherstellern ist die Zahl der Datenformate mittlerweile selbst für Profis nicht mehr zählbar.

Dateiendungen

Wenn eine Datei eingelesen und verarbeitet werden soll, muß sein Datenformat vorab bekannt sein. Aus diesem Grund erhalten Dateinamen eine Dateiendung die den Typ kennzeichnet. Typischerweise ist dies ein 3 Buchstaben langes Kürzel, nach dem Punkt, am Ende des Dateinamens.
".DOC" kennzeichnet WinWord-Dateien, ".TXT" kennzeichnet ASCII-Dateien, ".D81" kennzeichnet Leistungsverzeichnisse im GAEB-Format und Dateien mit den Endungen ".001", "002"... sind meist Datanorm-Dateien.


LV-Texte, Grafiken, Texte...

Die am Bau beteiligten Personenkreise (Baustoffhersteller, Fachberater, Architekten, Handwerker, Baustoffhandel) tauschen, entsprechend den unterschiedlichen Anforderungen, die unterschiedlichsten Daten aus und nutzen hierfür diverse Datenformate.

Beispiele:
· der Baustoffhandel übermittelt dem Handwerker Preislisten im DATANORM-Format
· ein Fachberater erstellt ein LV im GAEB DA81-Format und gibt es dem Architekten, der es wiederum an die Handwerker verteilt. Die Handwerker lesen die GAEB DA81-Datei ein, kalkulieren es und geben eine Preisdatei im Format GAEB DA84 zurück an den Architekten.
· Ein Baustoffhersteller stellt Architekten und Handwerkern Zeichnungen seiner Produkte und Systeme in den Formaten DXF, WMF und BMP zur Verfügung.

Wie in der Einleitung erläutert, so existieren auch am Bau diverse Datenformate die sich in Ihrem Einsatzzweck oftmals überschneiden. So können Ausschreibungstexte annährend gleichwertig in den Formaten GAEB und DATANORM weitergegeben werden.


Stammdaten - Objektdaten

Wer am Bau Daten austauschen will, sollte sich grundsätzlich darüber im Klaren sein, wem er was mitteilen will und in welcher Form er dies tun will. Der Austausch von Leistungstexten ist hierfür ein typisches Beispiel.
Unter dem Namen Leistungstexte versteht man gleichermaßen Stammdaten als auch Objektdaten. Stammdaten enthalten typischerweise alle Leistungstexte die zu einem Produkt oder einem Baustoffhersteller gehören. Objektdaten sind i.d.R. ein Extrakt aus diesen Stammdaten und enthalten nur noch die zu einem konkreten Bauvorhaben gehörigen Texte, ergänzt um Massen, Adressen, Objektbeschreibung, Bauvertrag...
Anders gesagt: aus den Stammdaten werden Objektdaten erstellt.
Der Einfachheit halber könnte ich auch sagen, daß aus den Stammdaten ein Leistungsverzeichnis erstellt wird. Nur dumm, daß Stammdaten ebenfalls als (Gesamt-) Leistungsverzeichnis bezeichnet werden.
Alle Daten die Sie hier finden sind Stammdaten! Diese laden Sie in Ihr Handwerker- oder Architektenprogramm um selbständig Leistungsverzeichnisse, Angebote und Rechnungen daraus zu erstellen.
Um Ihnen das zu Ihrem Programm passende Format anbieten zu können, haben wir unsere Leistungstexte in den Formaten DATANORM 4, DATANORM 5, GAEB DA81, WinWord und ASCII abgespeichert. Die Grafiken stehen Ihnen in den Formaten DXF, WMF und BMP zur Verfügung, die Preisliste existiert im CSV-, DATANORM 3- und DATANORM 4-Format.


DATANORM

Ursprung

Die Datanorm wurde ursprünglich vom Bundesverband des Sanitär-Fachhandels e.V. - VSI - und div. Softwarehäusern erarbeitet. Ziel war die "Standardisierung des Datenträger-Austausches zwischen Fachgroßhandel und dem Installationshandwerk".

Verwendungszweck

Die DATANORM dient in erster Linie zur Übergabe von Materialpreisen des Handels an den Handwerker. Ergänzend hierzu können auch Leistungstexte als Stammdaten im DATANORM-Format abgefaßt werden.
Objekt-Leistungsverzeichnisse können nur im DATANORM.KOM-Format verwaltet werden. Dieses findet jedoch insbesondere bei den AVA-Programmen der Architekten kaum Akzeptanz. Hier dominiert nach wie vor das GAEB-Format.

DATANORM Version 3

Die ältere der drei DATANORM-Versionen stellt momentan (1999) den kleinsten gemeinsamen Nenner bei der Pflege von Materialpreisen dar. Viele Großhändler und annähernd alle Handwerksprogramme können Preise hiermit verarbeiten.
Ausschreibungstexte im DATANORM 3-Format werden insbesondere von Handwerksprogrammen eingelesen. AVA-Programme tun dies oftmals nur mit zusätzlichen Import-Modulen o.ä.

DATANORM Version 4

Die am weitesten verbreitete Versionsnummer der DATANORM beherrscht variable Satzlängen (speicherplatzsparend) und wurde insbesondere bei der Verwaltung zusammengehöriger Datensätze (DATASETS) leistungsfähiger. Im Bereich Preispflege stellt Sie einen branchenübergreifenden Standard dar.
Ausschreibungstexte im DATANORM 4-Format werden von nahezu allen führenden Handwerksprogrammen eingelesen. AVA-Programme tun dies in zunehmendem Maße, oftmals jedoch nur mit aufpreispflichtigen Import-Modulen o.ä.

DATANORM Version 5

Die jüngste Ausprägung der DATANORM befindet sich momentan (August 1999) in der Einführungsphase. Sie stellt eine modernisierte Form der Datanorm 4 dar und enthält neben anderem zusätzliche Fähigkeiten, die für die elektronische Datenfernübertragung (DFÜ) von Nutzen sind.


GAEB

Ursprung

GAEB steht für "Gemeinsamer Ausschuß Elektronik im Bauwesen", einem Gremium dem "Vertreter der öffentlichen Auftraggeber, Architekten und Ingenieure sowie der bauausführenden Wirtschaft" angehören.
Die vom GAEB herausgegebenen "Regelungen für den Aufbau des Leistungsverzeichnisses" beschreiben div. Datenformate zur Darstellung von Leistungsverzeichnissen.

Verwendungszweck

Typischerweise gibt ein Architekt ein Objekt-Leistungsverzeichnis im Format DA81 an den Verarbeiter. Dieser liest die DA81-Datei in sein Handwerkerprogramm ein, kalkuliert die Einzelpreise und erzeugt (exportiert) eine DA84-Datei. Diese enthält normalerweise kaum mehr als den Bieternamen, die Positionsnummern (im GAEB-Format Ordnungszahl genannt) und die zugehörigen Einzelpreise. Der Architekt liest die DA84-Dateien aller Bieter in sein AVA-Programm ein, erstellt daraus einen Preisspiegel usw.
Stellt man sich ein Gebäude vor, in dem alle Leistungstexte eines Baustoffherstellers genau 1 mal benötigt werden, so wird klar, daß auch die Weitergabe von Stamm-Leistungsverzeichnissen im GAEB-Format möglich ist. Diese Möglichkeit wurde auch hier genutzt.

GAEB-Formate

GAEB DA81

Leistungsverzeichnis mit Vorbemerkungen, ausführlich beschriebenen Positionen, Untergliederung in Lose, LV-Gruppen und Teilleistungen (umgangsprachlich auch Bauabschnitt, Gewerk und Position genannt) usw.
Auf Papier gedruckt stellt die DA81-Datei ein Blankett dar (Leistungsverzeichnis in welches der Verarbeiter seine Preise einträgt).

GAEB DA82

Kostenanschlag auf der Grundlage von Teilleistungen (Positionen). Umgangssprachlich: LV für ein Los.

GAEB DA83

Angebotsanforderung. Entspricht im Wesen einer DA81-Datei (Leistungsverzeichnis), ergänzt um Einzelpreise.

GAEB DA84

auf einer DA81- oder DA83-Datei basierende Angebotsangabe. Die DA84-Datei enthält meist nur noch den Bieternamen, die Positionsnummern (im GAEB-Format Ordnungszahl genannt) und die zugehörigen Einzelpreise.

GAEB DA85

Nebenangebot, siehe DA84

GAEB DA86

Zuschlag/Auftragserteilung. Praktisch nicht von Bedeutung, da Disketten den vertraglichen Charakter eines Bauvertrages (dokumentenecht, Unterschrift...) nicht erfüllen.


RTF

Ursprung

Das Rich-Text-Format ist das verbreitetste, herstellerunabhängige Text-Format. Nahezu alle Textverarbeitungen könne es lesen und schreiben. Aufgrund dieses universellen Charakters ergab sich die häufige Verwendung von RTF im Internet und auf anderen, nicht Microsoft-dominierten Systemen fast zwangsläufig. Da auch Microsoft mit MS Word für Windows und dem Internet-Explorer (ab Version 4) dieses Format wie ein eigenes unterstützt, haben wir das RTF-Format für alle Textdaten eingesetzt.


WinWord

Ursprung

WinWord ist die Kurzbezeichnung des Textverarbeitungsprogrammes "Microsoft Word für Windows", was auch die Herkunft benennt. Entsprechend der Vielzahl an WinWord Versionen existieren auch reichlich WinWord-Dateiformate.
Aufgrund der starken Verbreitung von "Microsoft Word für Windows" werden zumindest die älteren WinWord-Dateiversionen von einer großen Zahl anderer Textverarbeitungen eingelesen.

Verwendungszweck

Im WinWord-Format können sämtliche Arten von Textdokumenten erstellt werden.
Wir haben das WinWord-Format genutzt, um alle Leistungstexte als einzelne Dateien zu hinterlegen. Ein Leistungstext entspricht also einer Position einer Ausschreibung und befindet sich als einzelne Datei im Verzeichnis Winword.


WinWord-Formate

WinWord Version 2

Da der Fa. Microsoft mit der Version 2 des Textverarbeitungsprogrammes "Microsoft Word für Windows" der große Marktdurchbruch gelang, haben wir dieses relativ alte Format genutzt um unsere Texte abzuspeichern.
Das WinWord-2-Format kann von allen uns bekannten Windows-Textverarbeitungen eingelesen werden. Falls nicht, so genügt die nachträgliche Installation des zugehörigen Import- bzw. Dateifilters. Nähere Angaben hierzu entnehmen Sie bitte dem Handbuch Ihrer Textverarbeitung.

WinWord Version 6...

Auf die Version 2 von "Microsoft Word für Windows" folgte sofort Version 6, darauf Version 7 bzw. 95 und 8 bzw. 97. Die Formate von Version 6 und 7 sind identisch, Version 8 stellt eine Erweiterung des am weitesten verbreiteten Textverarbeitung-Formates dar. Das neueste Format ist WinWord 2000 und beinhaltet neben den üblichen Anpassungen an das jeweils neueste Programm viele internet-spezifischen Ergänzungen.
Da die mit diesen neuen Versionen erweiterten Möglichkeiten der Datenformate für die Weitergabe von Leistungstexten nicht benötigt werden, finden Sie unsere Texte ausschließlich im WinWord-2-Format vor.


ASCII

Ursprung

ASCII (sprich Aski) steht für American Standard Code for Information Interchange. Zu deutsch heißt das soviel wie Amerikanischer Standard-Zeichensatz für Informationsaustausch. Er besteht aus 255 Zeichen die in einer festgelegten Reihenfolge angeordnet sind. An der 65. Stelle steht das "A", an der 97. das "a"...
Dateien im ASCII-Format bestehen ausschließlich aus den Zeichen dieses Zeichensatzes.

Verwendungszweck

ASCII ist der kleinste gemeinsame Nenner aller Textformate und beinhaltet keinerlei Auszeichnungen wie z.B. Fettschrift, Unterstreichungen, Absatzformate o.ä.
Aus diesem Grunde dient das ASCII-Format nur der reinen Informationsübermittlung von Textinhalten.


ASCII-Formate

MS-DOS-Text

MS-DOS-Text steht für das ursprüngliche, reine ASCII-Format. Die hier verfügbaren Leistungstexte sind in diesem Format abgespeichert.

Nur-Text

Nur-Text wird oftmals fälschlicherweise als Windows-Ascii betrachtet. In Wirklichkeit handelt es sich hierbei um das ANSI-Format. Sollte es von Ihrer Textverarbeitung für das Einlesen von Textdateien vorgeschlagen werden, müssen Sie zum Einlesen unserer Texte auf MS-DOS-Text umschalten!